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Nissan-Junkie

Nissan Cube

In Japan ist der Wagen Kult, im Ausland war der Nissan Cube bislang nur Insidern bekannt. Das soll sich jetzt ändern: Als Voraussetzung dafür hat Nissan die zweite Generation des Würfels exportfähig gemacht. Drei Monate vor dem Deutschlandstart fuhr SPIEGEL ONLINE das Auto.

 Nissan Cube

Das Grinsen ist einfach ansteckend. So freundlich, wie der Nissan Cube in die Welt blickt, bleibt Passanten gar nichts anderes übrig, als zurück zu lächeln. Dabei folgt der Nissan-Kleinwagen nicht dem gängigen Kindchenschema, das das Design vieler andere Autos dieser Größe prägt. Dieses Auto ist überaus klar, cool und kantig geformt. Aber gerade das schnörkellose iPod-Design weckt offenbar mehr Begierde als jedes andere Modell von Nissan – mit Ausnahme vielleicht des Supersportwagens GT-R.

Bislang wurde dieses Begehren außerhalb Japans enttäuscht. Obwohl das Auto in Fernost zum Bestseller avancierte, dachten die Vertriebsplaner des Unternehmens lange nicht an den Export. Und als sie sich dann doch mit dieser Idee anfreundeten, war es für die nötigen technischen Anpassungen viel zu spät. Doch jetzt, da die zweite Generation an den Start geht, hat das Warten für den Rest der Welt ein Ende: Nun erfüllt der Cube auch die Normen, die außerhalb Japans gelten und geht deshalb bald auf große Fahrt. In Deutschland dauert es vermutlich noch bis zum Herbst, ehe die Händler das Auto erhalten. In den USA indes hat der Verkauf bereits begonnen. Und SPIEGEL ONLINE ging dort bereits mit dem Nissan Cube auf Testfahrt.

Der Spaß mit dem Cube beginnt schon vor dem Losfahren. Sobald man einsteigt, betritt man eine hübsche Welt, in der das Auto offenbar nicht gar so ernst genommen wird. Zwar sind die Kunststoffe langweilig grau wie in vielen anderen Japan-Modellen – doch als Überraschung gibt es einen Wollteppich auf der Armaturentafel als wuschelige Ablagefläche, ein farbiges Lichtspiel in Fußraum und Getränkehaltern, kunterbunte Gummizüge zur Befestigung von Kleinkram und eine Deckenlampe, die konzentrische Kreise an den Fahrzeughimmel malt.

Zwar entdeckt man in jeder Ecke neue Überraschungen – Taschenhaken im Fußraum oder Becherhalter an den unmöglichsten Stellen -, doch ganz so genau sollte man dann doch nicht herumschnüffeln. Sonst ärgert man sich über viel billiges Plastik, eine liederliche Verarbeitung und eine Gepäckraumabdeckung, die selbst als Picknickdecke zu labberig wäre. Aber kein Wunder, dass Nissan hier gespart hat: In den USA ist der Cube für weniger als 14.000 Dollar zu haben.