02.01.2010
Nissan Leaf

Die Zukunft fährt in vertrauter Form vor. Das Auto, das Nissan-Entwickler Toshimi Abo auf einem streng abgeschirmten Testgelände in Yokohama präsentiert, scheint nichts weiter als eine auffällig beklebte Version des Kompaktwagens Tiida zu sein. “Lassen Sie sich von der Karosserie nicht täuschen”, sagt Abo, “darunter steckt die Technik des neuen Leaf.” Dieses Kompaktauto wiederum, das in dieser Woche auf der Motorshow in Tokio vorgestellt wird, ist ein Elektroauto. Nissan feiert das Modell Leaf als erstes maßgeschneidertes Elektroauto für die Großserie; 2010 Jahr soll die Produktion anlaufen. “In den ersten beiden Jahren sollen jeweils 50.000 bis 60.000 Exemplare gebaut werden, danach deutlich mehr”, sagt Abo. Ab Herbst 2010 soll der Wagen in Japan und den USA verkauft werden, später weltweit.
Die Vorbereitungen zum Leaf-Launch laufen auf Hochtouren. Während Abo noch Testrunden dreht, wird bereits das Nissan-Werk in Oppama eingerichtet und die Batterieproduktion hochgefahren. Gemeinsam mit dem Elektronik-Konzern NEC will Nissan Lithium-Ionen-Zellen in Eigenregie bauen. Um auf die nötigen Stückzahlen zu kommen, sind auch Fabriken in Portugal, Großbritannien und den USA geplant.
Ähnlich wie der Toyota Prius oder der Honda Insight erhält der Leaf ein eigenständiges Design und unterscheidet sich deutlich von Fahrzeugen mit konventionellem Antrieb. Im Windkanal auf minimale Luftwiderstände getrimmt, trägt er eine lange Frontpartie, die nur von einem winzigen Kühlergrill durchbrochen ist, eine glatt geschliffene Karosserie und ein eigenwilliges Heck. Neu ist auch die Plattform, die den Anforderungen des E-Mobils Rechnung trägt. Bei der ging es den Ingenieuren nicht um die Positionierung von Motor, Getriebe oder Tank, sondern vornehmlich nach einem Platz für die Lithium-Ionen-Akkus. 48 Module, die aus je vier Zellen von der Größe eines dicken DIN-A-5-Notizblocks bestehen, liegen jetzt unter den Sitzen und der Rückbank, ohne den Innenraum zu beeinträchtigen.